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Herzlichen Glückwunsch! Nach Lesen dieses Artikels sind Sie „Sachverständiger für Bauunternehmertricks“. Zertifikat und Mitgliedsausweis sende ich Ihnen gegen eine kleine Gebühr gern zu!

Ein kleiner Scherz – oder auch nicht …

Die Berufsbezeichnung „Freier Sachverständiger“ ist in Deutschland nicht geschützt. Wann immer Ihnen danach ist ernennen Sie sich zum Sachverständigen für Goldfischpaarung, Kerzenwachsentfernung oder Hausschuhreparatur.

Entschuldigen Sie meine Ausschweifungen, aber mitunter kann ich mir ein Lachen nicht verkneifen, wenn ich einige „Verbände“ sehe, die Interessenten in 50€ CD-Kursen zu Sachverständigen ausbilden.

Die genaue Fachkompetenz ist für den „Baulaien“ schwer einzuschätzen. Umso wichtiger ist es für jeden Auftraggeber, die Qualifikation und die Qualitätssicherung des Sachverständigen kritisch zu hinterfragen. Sachverständige müssen auf einem oder mehreren Sachgebieten über überdurchschnittliche Kenntnisse und Erfahrungen verfügen und diese besondere Sachkunde „persönlich, unabhängig, unparteiisch, weisungsfrei und gewissenhaft“ zur Verfügung stellen. Hier können Ihnen oft auch die Handwerkskammern oder Industrie – und Handelskammern eine Empfehlung geben.

In der Regel gibt es mehrere verschiedene Einordnungen von Sachverständigen:

1.der amtlich anerkannte Sachverständige

2.der Sachverständige mit Verbandszugehörigkeit (z.B. DEKRA, TÜV)

3.der verpflichtete Sachverständige

4.der öffentlich bestellte und vereidigte Sachverständige

5.der freie oder selbsternannte Sachverständige

Zunehmende Bedeutung dürften in Zukunft die zertifizierten Sachverständigen erlangen, da bei diesen einheitlich geregelte Prüfkriterien zugrunde liegen.

SIEGELHAUS- Tipp:

Lassen Sie sich von den entsprechenden Verbänden oder Kammern Referenzen und Ausbildung des Sachverständigen nennen, der von Ihrem Bauunternehmer empfohlen wurde. Sicherer sind Sie mit einem amtlich anerkannten oder öffentlich bestellten und vereidigten Sachverständigen – diese Berufsbezeichnung ist in Deutschland geschützt.

Beauftragen und bezahlen Sie Ihren Sachverständigen unbedingt selbst. Es besteht immer die Gefahr der Parteilichkeit, wenn ein Berater von der Baufirma oder Lieferanten beauftragt wird.

Prüfen Sie zudem die gesetzlich vorgeschriebene Berufshaftpflicht Ihres Beraters – auch erfahrenen Sachverständigen können bei komplexen Bauvorhaben Fehler unterlaufen.

Fragen Sie bei IHK-Gutachtern auch, ob der Berater ein Handwerk gelernt hat – dies ist leider nicht immer der Fall.

Suchen Sie sich, wenn möglich, einen hauptberuflichen Gutachter. Es ist immer die Gefahr einer Abhängigkeit zum Bauunternehmer gegeben, wenn er im Hauptberuf planerisch oder handwerklich tätig ist. Eine dann auftretende parteiische Stellung kommt öfter vor, als man denkt.

Sollte der, dann hoffentlich fachkundige, Sachverständige berechtigte Mängel feststellen, gehen Sie immer gemeinsam mit einem Rechtsanwalt gegen den Bauunternehmer vor.

Tun Sie das nicht wäre das genau so, als wollten Sie Ihren schönen neuen BMW ohne Zündschlüssel starten.

Der Gutachter ist das Auto, der Rechtsanwalt der Zündschlüssel. Nur zusammen fährt Ihr schicker BMW und nur gemeinsam haben Sie eine reelle Chance Ihre Ansprüche durchzusetzen.

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