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Schimmelgefahr ist eine Problematik, welche nicht nur Bestandsgebäude betrifft, sondern insbesondere immer mehr Neubauten. Gerade in der Planungsphase wird der Grundstein für ein späteres gesundes Raumklima gelegt.

Das Problem: Häuser werden immer “dichter”, bis zu 30x mehr als früher. Ohne ausreichende Lüftung kann das sehr problematisch werden.

Die Energieeinsparverordnung ENEV regelt zwar die Luftdichtigkeit der Häuser, verlangt aber nicht ausdrücklich ein Lüftungskonzept.

Allerdings wird in der DIN 1946 ein solches abverlangt. Hier begeben sich viele Planer und Baufirmen auf dünnes Eis, wenn kein bzw. nur ein “improvisiertes” Lüftungskonzept geplant wird. Aus der Not heraus wird oft eine manuelle Lüftung geplant, die zum Beispiel eine Querlüftung 10x am Tag für 2-5 min ansetzt – was völlig an der Praxis vorbei geht!

Ergebnis: Hohe Luftfeuchtigkeit, Schimmelgefahr!  

Von welchen Wassermengen sprechen wir überhaupt?

Baufeuchte:

Während der Bauphase gelangen bis zu 20000 Liter in das Objekt, durch:

    1. Beton- , Rohbau-, Putzarbeiten
    2. Estrich: 6 cm: 18l/m²

Nutzfeuchte:

Nutzfeuchte ist das Wasser, welches während des Bewohnens anfällt, z.B. durch Duschen, Kochen und Atmen. So “produzieren” allein in einer Nacht 2 Personen bis zu 2,5l Wasser.

In einem 4-Personenhaushalt entstehen so täglich bis zu 11l Wasser!

Was sind Schimmelpilze

  • Pilze, die typische Pilzfäden und winzige Sporen ausbilden
  • gehören zur Umwelt, sie zersetzen organisches Material
  • Sporen allgegenwärtig, unter anderem im Boden und in der Luft
  • sie können Monate/ Jahre bei Trockenheit überleben; wachsen nur in feuchter Umgebung

gesundheitliche Auswirkungen auf den Menschen:

  • allergene Wirkungen (Mykosen), toxische Wirkungen (Mykotoxine
  • infektiöse Auswirkungen
  • Geruchsbelästigungen (auch Bakterien od. flüchtige organische Verbindungen)

Bei diesen Verdachtsmomenten sollten Sie reagieren:

  • muffig-modriger Geruch
  • farbig dunkle Flecken
  • Feuchteflecken
  • ungeklärte Krankheitsursachen (Allergien, Atemswegerkrankungen)
  • unbedingt Sachverständigen/ Fachmann beauftragen!

Lebensbedingungen von Schimmelpilzen:

  • sie lieben Feuchte (Xerophil)
  • Sie benötigen organische Nährstoffe (Staub) – dieser ist immer vorhanden!
  • Sie mögen Temperaturbereiche (15-25°) – nicht zu beeinflussen da für uns auch ideal
  • Sie brauchen Mineralien:  in vielen Baustoffen vorhanden
  • Stickstoff + O2 – auch in der Luft vorhanden
  • PH: 1-12 sauer bis basisch
  • Licht ist nicht erforderlich

Wie man sehen kann, ist durch den Menschen lediglich die Feuchte bzw. der Feuchtegehalt beeinflussbar!

Der sogenannte Wasseraktivitätswert der Schimmelpilze beträgt: xerophil 0,75-normale 0,8-0,85-hydrophil 0,85-,098

Gemäß DIN muss der Wert in Wohnräumen kleiner 0,7 betragen. Dies ist eine wichtige Kenngröße bei Schadensfällen.

Ursachen:

  • (Bau-)Konstruktion und Raumnutzung
    • Konstruktive Ursachen
      • Wärmebrücken, Tauwasserbildung bei schlechter Wärmedämmung und/oder Innendämmung, Neubaufeuchte und Baufeuchte allg., Undichtigkeiten in der Gebäudehülle, nicht vorhandene ausreichende Lüftungsmöglichkeit und/ oder die Anordnung, Ausbildung und Dimensionierung der Heizung darstellen.
  • Raumnutzung
    • falsches Lüftungsverhalten, falsches Heizungsverhalten, falsche Anordnung von Einrichtungsgegenständen,  Räume mit (permanent) hoher Feuchtebelastung

Tipps:

Schimmel vorbeugen:

  • Durchdachte Planung: Lüftungskonzept: Gerade bei KfW/ Niedrigenergiehäusern
    • Geld, Arbeiten, keine Zeit zu Lüften!
    • dezentrale oder zentrale kontrollierte Wohnraumlüftung (Wärmerückgewinnung!)
  • ggf. Nachrüstung durch dezentrale kontrollierte Wohnraumlüftung in Problemräumen
  • regelmäßige Feuchtemessung (Hygrometer 20€, Winter 50%, Wohlfühl 60% – Dilemma)- über 70% problematisch
  • regelmäßiges Lüften:
    • 2-4x Stoßlüften QUER, Bad & Küche besonders (Heizung aus)
  • Möbel/ Vorhänge, gerade im Schlafzimmer, 10 cm v. Aussenwand (Zirkulation, da Wand kühler im Winter)
  • Innentüren zwischen unterschiedlich beheizten Räumen sollten immer geschlossen sein. Kondensatoreffekt im kühlen Raum
  • Räume nicht unter 17°( Feuchte an Wänden), Räume heizen, die nicht so oft genutzt werden
  • Keller kälter (Sommer Kondenswasser/ Kelleraussenwände nicht zustellen, atmungsaktiv
  • Sanierung: Kork, Lehm, Silikatputz – keine Latexfarben

So können Sie den Schimmel beseitigen:

  • kleine Stellen bis 0,5m² mit Reinigungsmittel (Fliesen im Bad)
  • auf Putz: mind. 70% Alkohol (Isopropanol – Apotheke)
  • auf Tapeten: entfernen bis auf Putz und Schimmel gründlich entfernen

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